Modellbasierte Risikoanalyse
Vielfach wird Risikoanalyse mit dem "Ausfüllen des FMEA-Formulars" gleichgesetzt. Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass das ausschließliche Arbeiten in einem Formular es nahezu unmöglich macht, eine vollständige und widerspruchsfreie Analyse der Fehlermöglichkeiten, Fehlerzusammenhänge und des Optimierungspotentials in den modernen, zunehmend komplexer werdenden Systemen und Prozessen zu leisten.
Es stellt sich bei unsystematischer Vorgehensweise bald heraus, dass man über Ursache- Wirkungs-Zusammenhängen von Fehlern nur dann vernünftige Aussagen treffen kann, wenn auch geklärt ist, welchen Funktionen des zu betrachtenden Systems oder Prozesses diese Fehler zuzuordnen sind. Dies wiederum setzt voraus, dass man sich über den Aufbau des Systems oder Prozesses aus Funktionsträgern im Klaren ist, oder anders ausgedrückt:
- für jeden Fehler, den man in der Analyse verwendet sollte man wissen, welche Funktion da versagt
- für jede Funktion sollte man wissen, welchem physikalischen Funktionsträger sie zugeordnet ist
- für jeden Funktionsträger sollte man wissen, mit welchen anderen Funktionsträgern er zusammenwirkt
Diese Zuordnung und damit die Voraussetzung für die Nachvollziehbarkeit der Analyse stellt die APIS IQ-Software auf vielerlei Arten sicher, indem sie ausgereifte, mächtige und einfach zu bedienende Werkzeuge für eine saubere Modellbildung anbietet, wie sie insbesondere vom Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) gefordert wird. Da sich die Vorgehensweise bei der Modellbildung nur am Aufgabengebiet "Risikoanalyse in komplexen technischen Systemen und Prozessen" orientiert, ist sie jedoch in keiner Weise branchenspezifisch und wird daher nicht nur im Automotive-Bereich sondern z.B. auch in der Luft- und Raumfahrt oder der Medizintechnik eingesetzt.
Für die einzelnen Phasen der Modellbildung bietet die IQ-Software eine Reihe von spezialisierten Werkzeugen (sog. "Editoren"), die allesamt auf einem redundanzfreien, integrierten Datenbestand operieren, so dass kein mehrfacher Pflegeaufwand erforderlich ist.
Die Phasen der Modellbildung und die Sie unterstützenden Editoren sind:
| Phase | Ziel | unterstützt in IQ durch |
|---|---|---|
| Strukturanalyse | Identifiziert die Funktionsträger des betrachteten Systems oder Prozesses und ihre Beziehungen untereinander | Struktur-Editor Editor für Funktions- und Fehleranalyse (FFA) (FMEA-Formblatt) |
| Funktionsanalyse | Identifiziert die Funktionen der Funktionsträger und deren Zusammenwirken | Struktur-Editor Editor für Funktions- und Fehleranalyse (FFA) Funktionsnetz-Editor (FMEA-Formblatt) |
| Fehleranalyse | Identifiziert die Versagensarten der Funktionen und deren Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge | Struktur-Editor Editor für Funktions- und Fehleranalyse (FFA) Fehlernetz-Editor Fehlerbaum-Editor (FMEA-Formblatt) |
| Risikobeurteilung und Optimierung | Bewertet die möglichen Fehler und identifiziert Möglichkeiten zur Vermeidung oder Reduzierung von Risiken | FMEA-Formblatt Struktur-Editor Editor für Funktions- und Fehleranalyse (FFA) Fehlernetz-Editor |
| Reporting und Controlling | Statistische Aufbereitung der Risikoinformation und Überwachung der Umsetzung von Maßnahmen | Terminverfolgung FMEA-Formblatt |
| Data Mining | Wissensbasierte Auswertung des erarbeiteten Informationsbestandes | IQ-Explorer |
Es ist dabei nicht zwingend erforderlich, die Analyse in der oben aufgeführten empfohlenen Reihenfolge der Phasen durchzuführen. Die IQ-Software erlaubt jedes Vorgehensmodell und unterstützt Sie in vielfältiger Weise dabei, die für die Nachvollziehbarkeit unerlässigen Informationen nachträglich zu ergänzen, wenn ihre Erarbeitung aus pragmatischen (z.B. zeitlichen) Gründen gerade nicht möglich ist. So kann - um nur ein Beispiel zu nennen - etwa das Funktionsnetz nachträglich aus einem existierenden Fehlenernetz abgeleitet werden.

