Simultaneous Engineering

(verfügbar in den PRO-Versionen der IQ-Software)

APIS IQ-Software bietet verschiedene Möglichkeiten, einen gemeinsamen Datenbestand von mehreren Teammitgliedern unabhängig voneinander bearbeiten zu lassen, ohne dass hierfür Zugriff auf ein zentrales Datenbanksystem oder sonstige zusätzliche pflege- und kostenintensive IT-Infrastruktur geschaffen werden muss. Diese Möglichkeit wird zusammenfassend als "Simultaneous Engineering" bezeichnet.

Dabei werden verschieden Anwendungs-Szenarien unterstützt, die sich jeweils darin unterscheiden, in welchem Umfang die gemeinsam verfügbare Information für die unterschiedlichen Bearbeiter zugänglich ist. Simultaneous Engineering basiert stets auf dem einfachen und bewährten dokumentenzentrierten Ansatz der IQ-Software.

Wenn alle Teammitglieder uneingeschränkten Zugriff auf alle Informationen in einem Dokument erhalten sollen, dann bietet sich das Klonen und Konsolidieren von IQ Dokumenten an.

Wenn nur ein Teilumfang der Informationen in einem Dokument gemeinsam bearbeitet werden soll, dann empfiehlt sich die Nutzung der Collaboration Interface Technologie.

Klonen und Konsolidieren

Falls alle Teammitglieder uneingeschränkten Zugriff auf die Informationen in einem gemeinsam zu bearbeitenden Dokument erhalten sollen, weil sie z.B. in unterschiedlichen Bereichen der Analyse tätig sind, dann bietet sich die Möglichkeit des Klonen und Konsolidieren an.

Hierbei werden von einem Ausgangsdokument eine beliebige Anzahl spezieller Kopien (sog. "Klone") erzeugt und an die Teammitglieder ausgereicht, die diese dann unabhängig voneinander bearbeiten können. Von Zeit zu Zeit wird der Zustand der Klone mit dem Zustand des Ausgangsdokument (das ebenfalls weiter bearbeitet werden kann) automatisch verglichen und es werden die Änderungen durch Konsolidieren zusammengeführt, so dass alle Teammitglieder wieder auf dem gleichen Stand sind.

Dieses praxisbewährte Verfahren bietet für alle Beteiligten die größtmögliche Flexibilität bei minimalem Verwaltungsaufwand.

Als Beispiel soll ein einfaches Szenario dienen. Eine Firma entwickelt ein Produkt das aus komplexen Teilstrukturen besteht. Verschiedene Personen innerhalb des Unternehmens sind für die einzelnen Teilbereiche zuständig und sollen hierfür eine FMEA entwickeln. Es bietet sich an eine Grundstruktur der FMEA zentral zu entwickeln und dann Dokumenten-Klone zu erzeugen, die von den spezialisierten Personen in den jeweiligen Teilbereichen weiterentwickelt und bearbeitet werden. Zu einem gewünschten Zeitpunkt können dann die einzelnen Klone mit dem ursprünglichen Dokument wieder automatisch zusammengefügt werden, so dass in dem resultierenden Dokument alle (gültigen) Änderungen und Erweiterungen enthalten sind.

Abbildung 1: Ausgangsdokument
Das ursprüngliche Dokument soll von zwei Teams parallel weiterbearbeitet werden.

Abbildung 2: Änderungen im Primärdokument
Im ursprünglichen Dokument wird an dem Strukturelement "Signalkabel komplett" weitergearbeitet.

Abbildung 3: Änderungen im Klondokument
Im Klondokument wird an dem Strukturelement "externe Systeme" weitergearbeitet.

Abbildung 4: Details der Unterschiede im Konsolidierungsdesktop - Im Konsolidierungsdesktop wird angezeigt, dass im Klon vier Strukturelemente hinzugekommen sind (Alternative Darstellung).

Abbildung 5: Konsolidierungsergebnis
Im Ergebnisdokument sind dann die Änderungen aus dem Klon mit den Änderungen aus dem Primärdokument konsolidiert.

Collaboration Interfaces

Unter diesem Überbegriff stehen diverse anwendungsspezifische Möglichkeiten, von denen zur Zeit zwei realisiert und weitere geplant sind:

  • Zum Austausch von Merkmalen zwischen Konstruktions- und Prozess-FMEA dienen die Requirement Interfaces
  • Zum Austausch von Vorgaben bezüglich der Bedeutung von Fehlern für Kunden, oder aber bezüglich der Auftretenswahrscheinlichkeit von Ursachen eines Zulieferers dienen die Component Interfaces

Component Interfaces

Eine typische Situation könnte so aussehen, dass ein Unternehmen Komponenten herstellt, die in einem Produkt eines anderen Unternehmens verbaut werden. Das erste Unternehmen arbeitet also als Zulieferer für das zweite Unternehmen. Beide Firmen erstellen ihre FMEA mit der APIS IQ-Software und haben die Möglichkeit über die Component Interfaces Teilstrukturen ihrer FMEA auszutauschen. Das Zulieferer Unternehmen übergibt also per Component Interface die entsprechende Teilstruktur ihrer FMEA an das Kunden Unternehmen. Die übergebene Teilstruktur wird dann in die FMEA des Kunden Unternehmens als Schnittstelle integriert und entsprechend den dortigen Bedürfnissen weiterbearbeitet. Die weiterbearbeitete Schnittstelle kann auch wieder an den Zulieferer zurück gegeben werden.

Product Characteristics Interfaces

Mit den Product Characteristics Interfaces können Produktmerkmale aus einem Qelldokument (typischerweise einer Konstruktions-FMEA) an ein Zieldokument übertragen werden (typischerweise eine Prozeß-FMEA). Die Merkmalsinformation kann in dieser Richtung beliebig oft aktualisiert werden ("downstreaming"), d.h. wenn neue Erkentnisse in Quelldokument gewonnen werden, können diese dem Besitzer des Zieldokumets übermittelt werden. Die neuen Erkenntnisse werden automatisch in das Zieldokument eingepflegt.