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  • #28808
    Rolf Herrmann
    Participant

    Als Hersteller von selbstklebenden Produkten haben wir seit vielen Jahren den Klebmasseauftrag bzw. die Dicke als besonderes Merkmal gekennzeichnet. Aufgrund einer Kundenanforderungen sind jetzt spezielle Produkte als sicherheitsrelevantes Teil eingestuft worden. Auch hier ist die Dicke das entsprechende Merkmal. Die bisherige Kennzeichnung des besonderen Merkmals in der K-Spalte erfolgt mit  auf dem kopfstehenden Dreieck.

    Meine Fragen an das Forum:

    Gibt es diese Anforderung von Kunden auch in anderen Unternehmen?

    Wie lässt sich eine Kombination des besonderen und sicherheitsrelevanten Merkmals in der FMEA darstelle?

    Ist es möglich 2 Symbole in die K-Spalte zu legen?

    Wir haben in unserem Haus überlegt ein kombiniertes Symbol zu nehmen und in der Palette einen entsprechende Bemerkung ein zu fügen.

    Ist das zu lässlich?

    mit freundlichen Gruß

    Rolf Herrmann

    #28809
    A. Blumenauer
    Participant

    Hallo Herr Herrmann,

    „besondere Merkmale“ ist ein Überbegriff unter dem sich neben funktionsrelevanten und zulassungsrelevanten Merkmalen auch sicherheitsrelevante Merkmale befinden.

    Als Lösungsmöglichkeit für Ihr Problem fällt mir die Darstellung als Variante ein: Sie legen 2 Varianten an „Standard“ und „Sicherheitsrelevant“. In der Variante Standard ist das Merkmal mit ihrem Symbol gekennzeichnet und in der Variante Sicherheitsrelevant ist das Merkmal mit dem Kundensymbol versehen.

    Nutzen Sie eine Umwandlungstabelle für die einheitliche Darstellung/Symbolik von BMs ? (Falls Sie IATF zertifiziert sind: der entsprechende Abschnitt befindet sich unter 8.3.3.3 d) )

    Grüße

    Alex Blumenauer

    #28810
    Riccardo Stüber
    Participant

    Hallo zusammen,

    aus meiner Sicht kann man auch einfach die höhere Klassifizierung des Merkmals immer anwenden. Wenn man die Kriterien für ein CC bzw. BM-S erfüllt und sowieso erfüllen muss, wie in diesem Fall, erfüllt man die für ein SC bzw. BM-Z oder F mit links. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kunde ein Problem hätte, weil man sein SC wie ein CC behandelt.
    Man kann auch mit Varianten arbeiten. Allerdings sehe ich hier keinen praktischen Vorteil, nur zusätzliche Arbeit, um irgendetwas zu befriedigen, von dem die meisten aus meiner Sicht nicht verstanden haben, worum es eigentlich geht.
    Erfahrungsgemäß stecken viele hier mehr Arbeit in die Erfüllung von ominösen, oft ungeschriebenen Vorgaben, als in die sinnvolle Findung von BM.
    Ich beiße da zugegeben häufiger in die Kante meines Schreibtischs…;)

    Viele Grüße!

    #28811
    A. Blumenauer
    Participant

    Hallo Herr Stüber,

    ich bin davon ausgegangen, dass die Hochstufung zum sicherheitsrelevanten Merkmal eine tatsächliche Änderung im Prozess mit sich bringt (z.B. weitere Prüfung / 100% Prüfung). Wenn dem nicht so sein sollte, ist Ihr Vorschlag einfacher umzusetzen und zu pflegen, weil ich ebenfalls nicht denke, dass ein Kunde ein Problem hätte, wenn man sein SC wie ein CC behandelt.

    Grüße

     

    #28874
    K. Dobadka
    Participant

    Hallo zusammen,

    die neue V7 bietet jetzt an mehrere Klassifikationen zu vergeben („Extras | Dokumenteinstellungen | Klassifikation“). Das löste bei uns z.B. die Trennung von Kundenmerkmalen und eigenen Merkmalen. Nicht jedes eigene BM ist auch ein Kundenmerkmal und damit war eine saubere Trennung möglich. Aber ja ein SC wie ein CC zu behandeln, dürfte keinen Kunden stören.

    Grüße

     

    #28875
    Riccardo Stüber
    Participant

    Hallo Herr Blumenauer,

    Jain 😉
    Im Prinzip sind sowohl SC als auch CC 100% sicherzustellen. Dies kann man über eine extrem sichere Vermeidung (Poka Yoke / Prozessfähigkeit) ODER eine zum „Ursachenauftretensstyp“ (systematisch oder zufällig) passenden, sicheren Entdeckung (Erstteil-/Letztteil-/Stichprobenprüfung oder 100% Prüfung) tun.
    Bereits dazu habe ich schon viel gehört, dass ich für Unsinn halte (z.B. CC müssten immer zu 100% geprüft werden usw.).

    Unterschiede im Aufwand zwischen SC und CC gibt es meines Wissens bei der Dauer der Aufbewahrungspflicht der Messergebnisse/Nachweise von Entdeckungen und, wenn man eine Absicherung via Prozessfähigkeit anstrebt, in der Höhe des CpK. Bei SC >1,33 bei CC >1,66.

    Nach meiner Erfahrung ist es so, dass oft die Maßnahmen für SC bereits auch die Standards für CC erfüllen. Die Aufbewahrungsdauer von Daten war früher, bei der Aufbewahrung in Papierform, sicher ein echter Kostenfaktor. Heute ist das in der Regel digital und somit kaum noch ein Problem.
    Bei maschinellen Maßnahmen zur Verbesserung der Prozessfähigkeit wird diese in der Regel auch oft einen hohen CpK haben. Wenn das nicht so ist und ein CpK von 1,66 nicht erreicht wird, kann man damit natürlich nur ein SC sicherstellen. Manuelle Prozesse erreichen in der Regel keine ausreichenden CpK für BM. Dort ist dann immer eine Prüfung nötig, in der Regel dann 100%.

    Fazit – erfüllt man die Anforderungen für ein CC ohne Zusatzaufwand, ist eine Trennung von SC/CC an dieser Stelle aus meiner Sicht überflüssig. Ist Zusatzaufwand erforderlich, muss man im Einzelfall entscheiden, was wirtschaftlicher ist.

    Beste Grüße
    Ric Stüber

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