Dieses Thema enthält 7 Antworten, hat 4 Stimmen, und wurde zuletzt vor vor 2 Monaten von  Helmut Hahn aktualisiert.

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  • #26660

    Jürgen Eilers
    Keymaster

    Frage eines Anwenders zur Entdeckungsmaßnahme.

    Thema:
    Ein Zukaufteil „Kunststoff-Gerätestecker“ wird extern im Spritzgussverfahren gefertigt und im eigenen Produkt verbaut. Die Geometrie wird intern nicht verändert und auch nach dem Verbau nicht geprüft.

    Bisher definierte Entdeckungsmaßnahme:
    „Steckerkontur als Stichprobe im Wareneingang messen“

    Vorschlag:
    „Maßprüfung beim Lieferanten; cpk>1,33 (bzw.1,66) gem. Qualitätsvereinbarung (Zeichnung mit Besonderen Merkmalen von uns, Prüfplan von uns)“

    Frage:
    „Ist diese Art der Entdeckungsmaßnahme in der FMEA üblich und erlaubt, da die festgelegte Prüfung nicht in unserem Haus, sondern beim Zulieferer stattfindet? Gibt es dafür eine grundlegende Definition? Kann die Wareneingangskontrolle ggf. auch entfallen?“

    Aus meiner Sicht ist dies zulässig. Ich würde jedoch mindestens Identitätsprüfung und allgemeine, andere Fehlerursachen wie Beschädigung / Verschmutzung beim Transport bei der Wareneingangskontrolle betrachten.

    #26682

    Dave
    Participant

    Guten Morgen Herr Eilers,

    sollte der Punkt, „Geometrie (deren Herstellung)“ nicht in der FMEA des Lieferanten betrachtet werden? Und nur da?
    Optimal mit dem Hinweis in der Eigenen FMEA auf die FMEA des Lieferanten (Verweis).

    In der eigenen FMEA wird „Analysiert“ dass die Geomietrie sich nicht Verändert (z.B. durch Montageprozesse) -> Beschädigung. Beschädigung sowohl durch den Prozess als auch durch Transport (LOG).

    Die Frage ob die Wareneingansprüfung entallen kann blieb offen ….

    Gruß
    Dave

    #26683

    Jürgen Eilers
    Keymaster

    Aus meiner Sicht ist das abgesicherte Produktmerkmal „Geometrie“ beim Wareneingang nicht zu prüfen.

    Die Begründung warum es als abgesicherert angesehen werden kann sollte wohl auch kritischen Nachfragen nach Nachvollziehbarkeit und Aktualität standhalten.

    #26759

    Dave
    Participant

    Hallo Herr Eilers,

    ja, sehe ich auch so. -> abgesicherte Produktmerkmal „Geometrie“ beim Wareneingang nicht zu prüfen.

    Wie sehen Sie das Thema, in „welcher“ FMEA die Punkte verankert sein sollen?
    Theoretisch meiner Meinung nach „vernetzt“.

    Danke und ein schönes Wochenende
    Gruß Dave

    #26813

    Jürgen Eilers
    Keymaster

    Aus meiner Sicht ist das extern abgesicherte Produktmerkmal „Geometrie“ ähnlich einer Poka-Yoke-Maßnahme zu sehen. Ob es sinnvoll ist, die Information an mehreren Stellen zu dokumentieren, möchte ich in Frage stellen.

    Evtl. sollte der Fokus auf noch nicht abgesicherte Dinge gelegt werden.

    Rahmenbedingungen wie „Zukaufteile werden zum Zeitpunkt der Anlieferung als i.O. angesehen“ können dann einmalig dokumentiert werden (und es muss auch dem Lieferanten/Spedition so vermittelt werden). Wobei aus meiner Sicht schon hinterfragt werden darf, ob die Praxis Anlass zur Vermutung gibt, dass ein Problembereich besteht.

    #26814

    Christian
    Participant

    Wie ist es mit Lieferanten von Prototypen-Bauteile? Oftmals werden doch diese Bauteile auch im Feld eingesetzt.

    Davon erfährt der Lieferant oftmals nix.

    Da sollte man schon genauer die Bauteile bei der Anlieferung anschauen -die man ja „günstig“ und in geringen Stückzahlen hergestellt hat- bevor man diese an seine Kunden weitergibt.

     

     

     

     

     

    #26849

    Dave
    Participant

    Hallo Herr Eilers,

     

    Wie sehen Sie das Thema, in „welcher“ FMEA gehören die Maßnahmen verankert?

    In der Eigenen oder in der des Lieferanten?

     

    Danke!

    Gruß

    Dave

    #26850

    Helmut Hahn
    Participant

    Hallo miteinander,

    grundsätzlich gehe ich mit Merkmalen, die in vorgelagertern Prozessstufen folgendermaßen um:

    Grundsätzlich, sind Merkmale, deren Ursachen und die daraus abgeleiteten Maßnahmen in dem Prozessschritt einzubringen, in dem das Merkmal (hauptsächlich) generiert wird. Zudem geht man in erster Linie davon aus, dass eingehendes Material gut ist. Daraus folgt, dass in oben genannten Fall das besagte Merkmal erstmal nichts in der FMEA des Montageprozesses zu suchen hat.

    Nun ist es so, dass „grundsätzlich“ und „in erster Line“ in der Praxis schwer durchzuhalten ist.

    In dem Fall, dass man sich entscheidet, dass aus welchen Gründen auch ein Merkmal in einem Prozess geprüft wird, der überhaupt nichts mit dem Merkmal zu tun hat, bringe ich das Merkmal da ein wo es in den Prozess eingebracht wird, Fehlerursache ist dann, „Schlechtes Material vom Lieferanten“ Vermeidungsmaßnahme sind die „Qualitätsmaßnahmen des Lieferanten“ die Entdeckungsmaßnahme sind nun eben der die Prüfungen die man an diesem Punkt eingebracht hat.

    In dem geschilderten Fall müsste aus der D-FMEA des Produktes hervorgehen, dass eben dieses Maß kritisch ist. Daher ist an den Lieferanten diese Merkmal als „Signifikant“ zu übermitteln am besten gleich mit den eigenen Bewertungen. (z.B. mit dem Prüfmaßzeppelin auf der Produktzeichnung oder als Merkmalsliste o.a.). Im Zuge des Lieferkantenmanagements wird die P-FMEA des Lieferanten bezüglich dieses Merkmals durchgesehen und  anhand des hoffentlich verknüpften Produktionslenkungsplan (gehört zum Bemusterungsumfang nach PPF) das Risiko des einschlägigen Merkmals bewertet. Das hört sich geschwollener an als es in Wirklichkeit ist. Ein fachliche Abschätzung des Risikos ist für einen Fachmann Qualitativ kein Staatsakt. Sollte von eurer (Kundenseite) dann noch Unbehagen bestehen, ist es an dem Lieferanten da nachzulegen. Wenn dann trotzdem dem Lieferanten nicht vertraut wird, kann man vereinbaren Messprotokolle mitzuliefern oder selber zu messen.

     

     

     

     

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