6 Antworten anzeigen - 1 bis 6 (von insgesamt 6)
  • Autor
    Beiträge
  • #14096
    Jürgen Eilers
    Keymaster

    Vorbemerkungen:

    Entdeckungsmaßnahmen beziehen sich nach klassischer Sichtweise auf die Fehlerursache oder Fehlerart oder Fehlerfolge in der Kausalitätskette oder auf das indirekte Entdecken in anderen Kausalitätsketten.

    Beispiel:
    Fehlerursache: ?Dichtungen werden nicht zugeführt / nicht in Montagehilfsvorrichtung eingelegt?
    Fehlerart: ?Dichtungen nicht montiert?
    Fehlerfolge: ?Gehäuse undicht?.

    In der IQ-Software gibt es aus diesem Grund die sog. ?eingeblendete Maßnahme?, wobei als Default die Maßnahmen der Fehlerursache immer gezeigt werden und die Maßnahmen der anderen Ebenen eingeblendet werden können.

    VDA 4/2-2006:

    Seite 39: „Mit Entdeckungsmaßnamen in der Entwicklung werden die möglichen Fehler gefunden …“ (dito Seite 58 für Prozessplanung)

    Die Frage die sich stellt:
    ?Beziehen sich die Entdeckungsmaßnahmen jetzt standardmäßig wirklich auf die möglichen Fehler (und nicht auf die Ursachen)?

    Bisher wurde Wert darauf gelegt die Anwender daraufhin zu schulen, beginnend bei ?Root-Causes? zu denken und die Entdeckung bei Fehlern / Folgen wg. der Pragmatik (z.B. Kostengründe) zu akzeptieren.

    Auch wenn in 90% der Fälle letztendlich die Fehler entdeckt werden sollte geprüft werden, ob auf den Hinweis an dieser Stelle des Textes dass ggf.
    auch Ursachen oder Folgen entdeckt werden können verzichtet werden kann, zumal auf Seite 110 noch steht ?Entdeckungsmaßnahmen sind Maßnahmen, die Fehlerursachen, Fehler und Fehlerfolgen entdecken.? und auf Seite 111 ?Die Bewertungszahl E wird für jede Fehlerursache unter Berücksichtigung aller wirksamen Entdeckungsmaßnahmen festgelegt.?

    Beim letzten Punkt, der Bewertungszahl E, soll auch an dieser Stelle auf die mögliche Alternative (siehe andere Beiträge) zur Einstufung von Kausalitätsketten beginnend bei der Ursache mittels fünf Farben hingewiesen werden. Dann wäre die Frage zur korrekten Einstufung von E obsolet.

    Jürgen Eilers
    APIS IT GmbH

    #15164
    schulm04
    Participant

    Noch eine weiterer Aspekt zu den Entdeckungsmaßnahmen (S. 39/S. 58): Zitat VDA „Wenn kein Fehler gefunden wird, ist die EM auf Wirksamkeit zu prüfen.“

    1) Es gibt standardisierte Entdeckungsmaßnahmen wie z.B. Salzspühnebeltest. Warum sollte man solche Entdeckungsmaßnahmen in Frage stellen?
    2) Muß man nicht jede Entdeckungsmaßnahme in Frage stellen? Ein negatives Ergebnis bedeuted nicht, dass das ganze Problem aufgedeckt wurde.

    Vorschlag: „Die Wirksamkeit der Entdeckungsmaßnahme muß im Zweifelsfall nachgewiesen werden.“ Dies sollte m.E. im Idealfall vor der Versuchsdurchführung erfolgen.

    Manfred Schulz-Marquardt
    TRW Automotive GmbH

    #15165
    ISE M. Potrafke
    Participant

    Guten Morgen,

    ich halte es für grundlegend von Bedeutung, daß der VDA sich klar und eindeutig dazu bekennt, daß Entdeckungsmaßnahmen sich in erster Linie auf Fehlerursachen beziehen. Der Bezug z. B. auf Fehlerarten (wie mit eingeblendeten Maßnahmen möglich) ist notwendig, sollte aber nicht die Grundhaltung widerspiegeln.

    Herr Schulz-Marquardt, Ihren Vorschlag kann ich nur unterstützen.

    Mit freundlichen Grüßen

    gez. Michael Potrafke / QM 7
         FMEA-Koordinator bei ISE

    #15166
    A. von der Mark
    Participant

    Die Formulierung ist tatsächlich etwas seltsam und sollte geändert werden. Die Wirksamkeit einer Entdeckungsmaßnahme ist meiner Meinung nach in jedem Fall zu prüfen und nachzuweisen (auch bei einem positiven Ergebnis). Welchen Wert kann man dem Ergebnis sonst beimessen. Außerdem macht man sich selbst was vor.

    Die Wirksamkeit ist eines der Kriterien die bei der Bewertung der Entdeckungsmaßnahme unbedingt zu berücksichtigen sind. Weitere Kriterien sind ja beispielhaft in der Tabelle „Produkt-FMEA: Entdeckungswahrscheinlicheit E“ S. 167 genannt.

    A. von der Mark
    Innomotive Systems Europe GmbH

    #15167
    Matthias.Fischer
    Participant

    Hallo,

    In der Diskussion beim Ausfüllen der Formblätter sind wir auf zwei Möglichkeiten gekommen, die Entdeckungsmaßnahmen zu gestalten.
    Ich Denke das thema passt ganz gut in den Tread in möchte es gerne zur Diskussion stellen. In der Vergangenheit wurden bei uns beide Möglichkeiten (teilweise auch gemischt) angewandt, was ich auf Grund der Durchgängigkeit nicht als zielführend ansehe. Wir stehen nun vor der Entscheidung eines zu nutzen und ich wollte mal Fragen, wie das in anderen FMEA’s gehandhabt wird bzw. ob es irgendwo klare Vorgaben für den Aufbau gibt, da ich nichts konkretes hierzu gefunden habe.

    1.
    Ein Test wird in der Entdeckungsmaßnahme als allgemeine übergeordnete Vorschrift zum Prüfen von Bauteilen definiert und auch so bewertet (also z.B. Aussagekraft des Tests allgemein, Wiederholgenauigkeit, etc).
    Die Musterstände (A / B /C) werden in als Vermeidungsmaßnahme definiert und da auch an Hand ihrer Aussagekraft in Bezug auf den Fehler des Designs bewertet.

    2.
    Die Vermeidungsmaßnahme enthält keine Musterbeschreibung. Diese wird Als Entdeckungsmaßnahme im Test als Parameter mit aufgeführt (z.B. Test xy mit A-Mustern, Test xy mit B-Mustern, etc.). Dann würde die Bewertung des Tests nur explizit bezogen auf den Test mit den entspr. Mustern erfolgen.

    MfG
    M. Fischer

    #15168
    Nenad Bartolic
    Participant

    Hallo,

    Fall 1 gehört für mich nur im äußersten in eine D-FMEA hinein. Diese Betrachtung gehört in eine übergeordnete FMEA. Diese kann dann z.B. eine S-FMEA sein.

    Fall 2 bezieht sich darauf, dass ein Zwischenstand in der D-FMEA beurteilt wird. Es ist hier aus meiner Sicht nur wichtig, dass die Vermeidungsmaßnahme (VM) mit einer Entdeckungsmaßnahme (EM) im direkten Zusammenhang steht. D.h., es wird eine VM festgelegt und mit einer EM zeitnah bestätigt.

    In der Praxis bevorzuge ich so Fall 2.

    Viele Grüße
    Nenad Bartolic

6 Antworten anzeigen - 1 bis 6 (von insgesamt 6)
  • Sie müssen angemeldet sein, um zu diesem Thema eine Antwort verfassen zu können.