3d modeling

Haben Sie auch schon stundenlang über die richtige Bewertung der Fehler in Ihrer Konstruktions-FMEA diskutiert und später festgestellt, dass die errechneten Risikoprioritätszahlen (RPZ) darauf hindeuten, dass Sie sich gar nicht mit den eigentlichen Problemen auseinandersetzen?
Einer der grundlegendsten Aspekte der FMEA ist der Bewertungsvorgang für die Fehlerfolgen (Bedeutung) und die Fehlerursachen (Auftreten und Entdeckung). Dessen Effektivität müssen wir in Angriff nehmen und verbessern.
Eine Konstruktions-FMEA ist die subjektive Einschätzung der Konstruktionsvorgaben bezüglich ihrer Eignung, ein Produkt zu beschreiben, dass seine Anforderungen erfüllen kann. Anders gesagt, bewerten Sie, wie effektiv die Konstruktionsergebnisse die Designanforderungen erfüllen … oder das Risiko, diese nicht zu erfüllen.

fmea rating Die Bewertungstabellen und -richtlinien, die wir anwenden sollen, finden wir in den von AIAG, VDA und SAE angebotenen FMEA-Handbüchern. Anpassungen der Tabellen können und sollten vorgenommen werden, um ihre Effektivität zu verbessern. Für diejenigen, die befürchten, die Erfüllung von Richtlinien zu gefährden, wenn sie Änderungen an den Tabellen vornehmen, sei gesagt: die Handbücher erlauben diese ausdrücklich. Gefordert wird die Einigung auf konsequente Bewertungsrichtlinien mit einheitlichen Kriterien, auch wenn diese für die eigentliche Analyse modifiziert werden. Vergessen Sie nicht, dass AIAG, VDA und SAE lediglich Richtlinien für FMEAs anbieten und nicht starre Regeln, wie viele glauben.

Betrachten wir nun die Bewertungskategorien:

Bewertung der Bedeutung in der Konstruktions-FMEA

aiag catalogue

Wir betrachten als erstes die Bewertung der Bedeutung, für die wir eine Zahl zwischen 1 und 10 auf Grundlage einer Bewertungstabelle vergeben. Die Kriterien für diese Bewertung berücksichtigen die Auswirkung des Fehlers hinsichtlich der Sicherheit, gesetzlicher Vorschriften, Verlust und Beeinträchtigung der Primär- oder Sekundärfunktionen und Verärgerung des Endnutzers eines Produktes.

Bewertung des Auftretens in der Konstruktions-FMEA

Die zweite zu betrachtende Kategorie ist die Auftretenswahrscheinlichkeit. Unglücklicherweise wieder unter Verwendung einer Zahl zwischen 1 und 10. Die Bewertung des Auftretens in der Design-FMEA entspricht der Wahrscheinlichkeit des Auftretens der Fehlerart aufgrund einer Fehlerursache. Dabei ist vieles mehrdeutig, insbesondere, wenn man eine neue oder geänderte Konstruktion betrachtet, die möglicherweise mit strengeren (oder unbekannten) Anforderungen im Anwendungsfall verbunden ist. Hier müssen die Entwicklungserfahrungen hinsichtlich der Reife der Konstruktionsrichtlinien und die Erfahrung der Ingenieure auf dem jeweiligen Gebiet berücksichtigt werden.

Bewertung der Entdeckung in der Konstruktions-FMEA

Die dritte zu betrachtende Kategorie ist die Bewertung der Entdeckungswahrscheinlichkeit. Damit wird die Wirksamkeit der Konstruktionskontrollen (z.B. Tests) für die Bewertung der Wahrscheinlichkeit des Auftretens der Fehlerart aufgrund der mit ihr verbundenen Fehlerursache festgelegt. Dabei denken wir normalerweise, dass unsere Prüfungen Konstruktionsprobleme sicher aufdecken. Was passiert jedoch, wenn wir die Prüfung nur mit idealen Teilen durchführen? Sind wir auf die Tatsache vorbereitet, dass wir weniger leistungsfähige Produkte herstellen wenn wir mit unter normalen Prozessabweichungen hergestellten Teilen arbeiten? Kann die Prüfung Szenarios entdecken, mit denen sie nicht konfrontiert wird? Wenn wir dies nicht in unsere Entdeckungsbewertung aufnehmen, verstehen wir das Risiko nicht richtig.

Fazit

Was fangen wir nun damit an? Wir müssen sicherstellen, dass unsere Bewertungskataloge (d.h. die Vorgaben) gut genug sind, damit die Teams die Bewertungen richtig und konsequent anwenden können – immer auf die gleiche Arte und Weise und egal, welches Teammitglied die Bewertung vornimmt. Woher kennen wir das? Sie haben vielleicht schon vom Begriff „Gage R&R“ gehört, mit dem die Konsistenz des Ergebnisses (Repeatability and Reproducibility) eines Messgeräts im Einsatz durch verschiedene Bediener bewertet wird. Es gibt eine ähnliche Einschätzung namens „Attribute Gage R&R“, mit deren Hilfe wir feststellen können, ob die Bewertungskriterien in unserem „Messgerät“, dem Bewertungskatalog, statistisch stichhaltig sind.

Einige Leser fragen sich jetzt sicher, welchen Einfluss die oben genannte Festlegungsmethodik der Bewertungen auf die Bedeutung der Risikoprioritätsskala (RPZ) hat. Darüber sollte man sich keine zu großen Sorgen machen. Obwohl die RPZ in den meisten FMEA-Handbüchern als die Methode für die Bestimmung der zu behandelnden Probleme genannt wird, liegt das Risiko, dass Sie dabei falsch liegen, bei bis zu 50%, wenn Sie die RPZ als Haupttool für die Priorisierung einsetzen. Ein besserer Weg für die Priorisierung der zu bearbeitenden Probleme in der Konstruktions-FMEA ist beispielsweise die Anwendung von Risikomatrizen. Aber darüber sprechen wir ein andermal. Weitermachen!

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